Und da waren sie: Justin Verboomen und Zonik Plus
Weihnachtsspecial
29. Dezember 2025 um 11:19Von s.wilhelm
Spätestens mit ihrem Sieg im Großen Dressurpreis von Aachen, der Grand Prix Kür auf 5* Niveau, machten sie der Dressurspitze klar: HIER SIND WIR! Was folgte….der Titel der Doppeleuropameister in der Dressur. Die Rede ist, natürlich, von Justin Verboomen und seinem Zonik Plus, der Rapphengst, der mit 9 Jahren die Weltspitze der Dressurreiterei aufmischte
Eine kleine Zeitreise…
Eine kleine Zeitreise in die ersten internationalen Auftritte des Hengstes und seinen Raketenstart in den internationalen Spitzensport:
Im September 2022, 6-jährig, betraten Zonik Plus und Justin Verboomen erstmals internationales Championatsparkett: Bei der Weltmeisterschaft der Jungen Dressurpferde in Ermelo ging das Paar an den Start und konnte sich im Finale mit einer Wertung von 8,58 an Sechster Stelle platzieren. Den Sieg sicherten sich damals Eva Möller und Global Player OLD.
Aus internationaler Sicht blieb es dann zwei Jahre ruhiger um das belgische Paar – was nach diesen zwei Jahren folgte: ihr Debüt auf internationalem CDI3* Grand Prix Niveau in Kronberg im November 2024. Mit 71,739 % platzierten sie sich direkt an dritter Stelle im Grand Prix. Einen Tag später folgte der Sieg im Grand Prix Special – ihr erster internationaler Grand Prix Special!
Im Dezember 2024 gewann das Paar den Weltcup-Grand Prix in Mechelen und wurde mit 81,730 % direkt Zweiter in ihrer allerersten Kür, die zugleich ihre erste Weltcup-Kür war.
Im März 2025 dann der erste Doppelsieg im Grand Prix und der Kür in Lier, erneut mit über 81 % in der Kür. Es folgten zwei dritte Plätze im Grand Prix und der Kür in ’s-Hertogenbosch. Aber nicht „irgendwelche 3. Plätze“ mit 84,160 % in der Kür stellte das Paar eine neue persönliche Bestleistung auf. Und diese sollte nur 2 Monate später erneut getoppt werden: Im Nationenpreis von Lier schrieb Belgien Geschichte und gewann erstmals einen Nationenpreis. Justin Verboomen und sein Zonik Plus schrieben dabei auch ihre eigene Geschichte immer weiter, indem sie den Grand Prix und auch die Kür gewinnen: und Letztere mit 86,155 %!
In der FEI-Weltrangliste der Dressur sprang Justin Verboomen damit im Mai 2025 erstmals unter die Top 10 der Welt und rangierte sich auf Platz 9 ein. Zugleich wurde Zonik Plus aufgrund seiner sportlichen Erfolge trotz dessen, dass er Träger des WFFS-Gens ist, vom Verband der KWPN anerkannt.
Was dann im Sommer 2025 folgte: Aachen, der Sieg im Grand Prix Special und der Kür und damit das ganz klare Ausrufezeichen: HIER SIND WIR!
Aachen 2025 - Vom verschmitzten „Yes, das habe ich erwartet“ bis zur Fassungslosigkeit
Bereits im Grand Prix, in dem sie noch hinter Isabell Werth und Wendy de Fontaine Zweitplatzierte wurden, wurden sie mit Standing Ovations des Aachener Publikums nach ihrer Runde aus dem Stadion begleitet. Im Grand Prix Special folgte dann der Sieg - vor Isabell Werth und Wendy. 80,745 % lautete die Wertung des belgischen Paares, 80,106 % das Ergebnis von Isabell Werth und Wendy de Fontaine.
Einen Tag später schreiben sie weiter Geschichte und gewinnen als erstes belgisches Paar den Großen Dressurpreis von Aachen, die CDI5* Grand Prix Kür mit einer Wertung von 89,400 %.
In der Pressekonferenz des Grand Prixs antwortete Justin Verboomen auf die Frage, ob er eine solche Leistung von sich und seinem erst 9-jährigen Pferd erwartet hatte, ganz verschmitzt „Yes“ und betonte, zuhause sei es noch besser – er freue sich, wenn er das dies ins Viereck bringen könne. „I was not expecting that result“, fasste Justin Verboomen nur 3 Tage später ihren Sieg in der Kür, die sie mit über 89 % gewinnen konnte, zusammen.
Im August mischte sich Justin Verboomen mit Rang 3 unter die besten drei Dressurreiter der Welt – bis zur Europameisterschaft in Crozet…
Barhuf zum Sieg und ein "Sorry" danach
Es war ihr erst 3. gemeinsamer internationaler Grand Prix Special, das erste gemeinsame „große Championat“ und, doch etwas ungewöhnlich in der Dressur, ohne Hufeisen! Sie tanzten förmlich durch das Viereck: 82,371 %!
Drei Paare sollten noch kommen, darunter die zwei Favoriten Isabell Werth und Cathrine Laudrup-Dufour. Doch keines dieser beiden Paare schaffte es, diese Leistung zu toppen. Silber ging an Cathrine Laudrup-Dufour und ihre Mount St John Freestyle, die, wie die Reiterin mitteilte, „in der Form ihres Lebens sei“. Die Dänin hatte Gold im Visier, das war allen klar, so klar, dass sich Justin Verboomen, sogar mit einem verschmitzten „Sorry“ bei ihr entschuldigte.
„Atemberaubend“ beschrieb dann die Kür des Paares doch wohl am besten. Leichtfüßig tanzte der Hengst durch das Viereck, sodass es eigentlich kaum zu glauben war, dass es sich in Crozet erst um das erste Championat des Paares handelte. Für die Piaffe-Passage Übergänge, Galopppirouetten und die letzte Grußaufstellung wurde jeweils die 10 vergeben. Standing Ovations und ein Reiter, der im Interview selbst keine Worte mehr fand, fassen diesen absoluten "Wow-Moment" der Europameisterschaft sicherlich am besten zusammen. 89,964 % und damit die zweite Goldmedaille an diesem Wochenende!
Im September folgte dann die Spitze der Weltrangliste Dressur für Justin Verboomen – bis heute ist er die aktuelle Nummer 1 der Welt…und das, dem noch ein Weilchen so bleiben sollte, bewies das Paar mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 81,195 % im Weltcup Grand Prix von Lyon im Oktober 2025. So erscheint es doch auch wohl kaum überraschend, dass Justin Verboomen im November 2025 den FEI Best Athlete Award 2025 verliehen bekam.
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