Blutregel im Springsport erneut in der Kritik – FEI diskutiert mögliche Reform
Experten fordern abgestuftes Sanktionssystem statt automatischer Disqualifikation
8. Mai 2025 um 16:54Von n.ditter

Die sogenannte Blutregel im Springsport sorgt erneut für Diskussionen. Im Rahmen des FEI Sports Forums in Lausanne sprachen sich zahlreiche Fachleute für eine Überarbeitung der aktuellen Bestimmungen aus, wonach jeder sichtbare Blutbefund an den Flanken eines Pferdes zur sofortigen Disqualifikation führt – unabhängig von Schwere oder Ursache.
Zuletzt sorgte ein Vorfall bei den Olympischen Spielen in Paris für Aufsehen, als der brasilianische Reiter Pedro Veniss wegen einer minimalen Blutspur vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde. Solche Fälle werfen laut der International Jumping Riders Club (IJRC) ein falsches Bild auf den Sport und führen zu öffentlichem Unverständnis.
FEI-Steward Cesar Hirsch betonte, dass sich das Regelwerk bewährt habe, es jedoch mit dem Sport weiterentwickelt werden müsse. Vorgeschlagen wurde ein abgestuftes System mit Verwarnung, Gelber Karte und möglichen Sperren bei Wiederholung – nicht, um die Regel zu schwächen, sondern um sie zu präzisieren. IJRC-Präsident François Mathy Jr. erklärte, dass kleine Blutspuren jedem passieren könnten und nicht automatisch mit Misshandlung gleichzusetzen seien.
Die Herausforderung bestehe darin, solche Regeländerungen auch gegenüber der Öffentlichkeit nachvollziehbar zu erklären. Dennoch soll die Diskussion über eine faire, aber zugleich tierschutzgerechte Anpassung der Blutregel im Rahmen der anstehenden Überarbeitung des FEI-Regelwerks weitergeführt werden.
Foto: Pferdefotografie Lafrentz
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