Cees Slings: Der Pionier der Kürmusik im Dressursport ist verstorben
Der niederländische Komponist prägte mit seiner Musik die großen Erfolge der Dressurreiter und setzte neue Maßstäbe im internationalen Sport
21. Oktober 2025 um 11:56Von a.schaefer
Gemäß der Berichterstattung von Eurodressage verstarb der niederländische Komponist und Musikproduzent Cees Slings am 14. Oktober 2025 im Alter von 73 Jahren nach einer kurzen Erkrankung. Slings erlangte internationale Bekanntheit unter anderem für seine musikalischen Beiträge zur Dressur. Dabei brachte er die Bewegungen von Pferd und Reiter mittels eigens komponierter Musik in Einklang und setzte damit neue Maßstäbe im Dressursport.
Wegbereiter einer neuen Kürgeneration
Seine Karriere begann Slings in den 1980er-Jahren mit der Komposition von Musik für Fernsehproduktionen, Dokumentationen und Werbefilme. Gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Victor Kerkhof arbeitete er fast zwei Jahrzehnte lang für das Fernsehen in den Niederlanden und Deutschland. Mitte der 1990er-Jahre wandte sich das Duo dem Dressursport zu und startete eine wegweisende Zusammenarbeit mit der niederländischen Reiterin Anky van Grunsven. Aus dieser Partnerschaft gingen unter anderem Kürmusiken für Olympische Spiele hervor: die „Bonfire Symphony“ (1996 in Atlanta, Silber), „Something Old, Something New“ (2000 in Sydney, Gold) sowie „L’Esprit Chanson“ (2004 in Athen, Gold). Besonders erwähnenswert ist der hohe Produktionsaufwand dieser Werke – laut Quelle nahm allein die Einspielung der ersten Kürmusik 34 Studiotage in Anspruch.
Slings und Kerkhof galten mit ihrer exakt an die Bewegungen der Pferde angepassten Musik als Vorreiter einer neuen Art der Kürgestaltung im Dressursport. Ihr musikalischer Stil zeichnet sich durch eine orchestrale Dynamik aus, die sich deutlich von der bis dahin üblichen Praxis unterschied.
Nachhaltiger Einfluss über Jahrzehnte hinweg
Nach der Trennung vom Duo im Jahr 2006 blieb Cees Slings dem internationalen Dressursport weiterhin eng verbunden. In den folgenden Jahren arbeitete er mit zahlreichen international führenden Reitern zusammen, darunter Laura Bechtolsheimer, Nathalie zu Sayn-Wittgenstein, Matthias Alexander Rath, Tinne Vilhelmson-Silfvén und Sönke Rothenberger. Ein besonders prägendes Beispiel seiner Arbeit war die Kür mit Cosmo bei der Europameisterschaft 2017 in Göteborg, die mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurde. Sein künstlerisches Wirken ist maßgeblich mit der modernen Kür im Dressursport geprägt und hat diese bis heute nachhaltig beeinflusst.
Foto: Kevin White
Video: Sönke Rothenberger und Cosmo - LONGINES FEI European Championships Gothenburg - Grand Prix Kür Finale
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