Neue Studie zeigt: Menschliche Angst beeinflusst Pferdeverhalten
Pferde reagieren sensibel auf menschliche Geruchssignale
30. Januar 2026 um 09:14Von a.schaefer

In einer neuen Studie wurde erstmals nachgewiesen, dass Pferde nicht nur visuelle oder stimmliche Emotionen bei Menschen wahrnehmen, sondern auch auf deren Geruchssignale reagieren. Insbesondere der Geruch menschlicher Angst führte bei den untersuchten Pferden zu deutlich erhöhter Schreckreaktion und vermindertem Kontaktverhalten gegenüber Menschen.
Verhaltensveränderungen bei Angstgeruch messbar
Im Rahmen der Untersuchung wurden 43 Welsh-Stuten im Alter von durchschnittlich 8 Jahren drei verschiedenen Geruchskontexten ausgesetzt: Geruchsproben von Menschen in Angstsituationen, Gerüche aus fröhlichen Kontexten sowie geruchsfreie Kontrollproben. Die Gerüche wurden mittels Baumwollpads gesammelt, die menschliche Achselschweißproben enthielten. Diese wurden den Pferden über ein spezielles Muzzlegebinde unmittelbar vor einer Reihe standardisierter Verhaltenstests auf die Nüstern appliziert.
Die Ergebnisse zeigten, dass Pferde, die Angstgeruch wahrnahmen, deutlich weniger den Kontakt zu Menschen suchten, insbesondere im freien Annäherungstest. Gleichzeitig reagierten sie sensibler auf plötzlich auftretende Reize, etwa durch eine sich unerwartet öffnende Requisite, und zeigten intensiveres Interesse an unbekannten Objekten – beides etablierte Indikatoren für gesteigerte Angstreaktionen bei Pferden. Auch der maximale Puls in diesen Tests war bei diesen Tieren signifikant höher als in den Vergleichsgruppen.
Relevanz für den praktischen Umgang mit Pferden
Die Ergebnisse haben auch praktische Bedeutung für den Alltag im Reitsport. Die emotionale Verfassung von Reiterinnen, Reitern und Pflegepersonal kann sich über den Geruchssinn auf das Verhalten von Pferden übertragen. Das bedeutet, dass Nervosität oder Angst beim Menschen möglicherweise unbewusst zu Unsicherheit oder Schreckhaftigkeit beim Pferd führen kann. Für Training, Turnierbetrieb und therapeutische Anwendungen könnten diese Erkenntnisse ein verstärktes Augenmerk auf die emotionale Selbstregulation der menschlichen Bezugspersonen nahelegen.
Wie in der Studie erläutert wurde, besteht weiterer Forschungsbedarf insbesondere hinsichtlich der Wirkung von positiven Emotionen auf Pferde sowie der Rolle individueller Unterschiede bei Mensch und Tier.
HIER zur gesamten Studie.
Foto: Canva Elements/ClipMyHorse.TV
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